Verein · seit 1917

Unsere Vereinsgeschichte

Von 17 jungen Männern im Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ bis zu 12.000 Zuschauern am alten Sportplatz: die Chronik des 1. FC Haßfurt 1917 e. V.

Ältestes Mannschaftsbild des FC Haßfurt von 1917: gut 20 junge Spieler, viele in längsgestreiften Trikots, posieren in zwei Reihen auf einer Wiese, die vordere Reihe sitzend und liegend mit Ball; links ein Mann mit Hut und Mantel, im Hintergrund Häuser und Dächer von Haßfurt.
1. Mannschaft von 1917 (ältestes Mannschaftsbild) – Foto: Biller

Vorwort

Wie alles begann

Am 15. Januar 1917 wurde der 1. FC Haßfurt im Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ (heute Anwesen Zehe – Ecke Hauptstraße / Brückenstraße) von 17 jungen und sportbegeisterten Männern gegründet.

Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme der gepflasterten Brückenstraße in Haßfurt um 1900 mit Passanten und Fuhrwerken; links angeschnitten das Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“, rechts Wohn- und Geschäftshäuser.
Brückenstraße um 1900 – links Teilansicht des Gasthauses „Zum Goldenen Löwen“, Gründungslokal des FC Haßfurt (Foto: Bopp)

Diese Seiten sollen einen Blick auf die nun über 100-jährige Geschichte unseres Vereins geben. Ein Überblick, der nur stichpunktartig und auch nicht immer vollständig sein kann, da alle vereinseigenen Unterlagen in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegsjahre verloren gingen.

Im Jahr 1980 begann unser damaliger 1. Vorstand, Herr Dieter Käß, in mühevoller Kleinarbeit die Vereinsgeschichte des FC Haßfurt zu rekonstruieren. Er bekam Zugang zu den Archiven der Stadt und der Zeitungsverlage, führte lange Gespräche mit vielen Zeitzeugen, erhielt alte Fotos und sonstige wertvolle Unterlagen aus Privatbesitz und konnte so nach über dreijährigen Recherchen eine „Chronik des 1. FC Haßfurt“ zusammenstellen.

Wir wünschen viel Spaß beim „Blättern“ und hoffen, dass Sie manch interessante und neue Details entdecken, aber bei vielen auch alte Erinnerungen wach werden.

Ganz herzlich bedanken wir uns bei Herrn Dieter Käß, dass wir „seine Chronik“ als Grundlage für diese Zusammenfassung der Geschichte des 1. FC Haßfurt 1917 e. V. nutzen dürfen.

Gerhard Feiler u. Franz Wacker

  • 1917Gründung am 15. Januar
  • 17Gründungsmitglieder
  • 48Mitglieder bei der Wiedergründung 1945
  • 12.000Zuschauer gegen den FC Bamberg 1961

Kapitel 1

1917–1945: Gründung, Aufbruch und Zwangsfusion

Vom ersten Spiel an der Flutbrücke über Verbandsrunden, Box-Abteilung und Sporthalle bis zum erzwungenen Zusammenschluss mit dem TV Haßfurt in der NS-Zeit.

1917 – das Gründungsjahr

  1. 15. Jan. 1917

    Gründung des 1. FC Haßfurt im Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ (heute Anwesen Zehe – Ecke Hauptstraße / Brückenstraße)

  2. 11. März 1917

    Erster Nachweis eines Fußballspiels des FC in Haßfurt
    FC Haßfurt – FC Bad Kissingen 1906 (Ergebnis nicht bekannt) auf dem Sportplatz östlich der Flutbrücke

1917–1931 – Verbandsrunden und eine eigene Halle

  1. Juni 1917 – Febr. 1919

    Bedingt durch den 1. Weltkrieg kein Spielbetrieb

  2. 29. März 1919

    Mitgliederversammlung zur Weiterführung des Vereins

  3. 1919

    Spiele gegen Spvg Bischberg, FC Gaustadt, Bayern Würzburg, Germania Schonungen, FT Bamberg (jetzt auf dem Sportplatz westlich der Flutbrücke).
    Gründung einer Theatergruppe.

  4. 1920

    Mitgliedschaft im Süddeutschen Fußballverband als Voraussetzung zur Teilnahme an Verbandsspielen
    Es gab bereits 2 Senioren- u. 2 Jugendmannschaften.

  5. 14. Juni 1920

    Nutzungsvertrag mit der UNI Würzburg und Gut Mariaburghausen über das Gelände am alten Sportplatz (galt praktisch bis 1957)

  6. 22. Aug. 1920

    Platzeinweihung
    FC Haßfurt – FC Sportfreunde Bamberg 3:0

  7. 12. Sept. 1920

    1. Verbandsspiel
    FC Sportfreunde Bamberg – FC Haßfurt 5:5

  8. 1921

    Teilnahme an Verbandsrunde (C-Klasse)

  9. 13. Nov. 1921

    Pokalrunde des Süddeutschen Fußballverbandes gegen die Ligamannschaft des 1. FC Bamberg (0:1) vor 600 Zuschauern.

  10. 1922

    Aufstieg in die B-Klasse und Meisterschaft.
    Gasthaus „Bayerischer Hof“ (heute Raiffeisenbank) als neues Vereinslokal

  11. 1923

    B-Gaumeister Unterfranken
    Theater- u. Kegelabende

  12. April 1924

    Gründung eines Boxclubs in Haßfurt, der noch nichts mit dem FC zu tun hatte.

  13. 17. Aug. 1924

    Pokalturnier mit FC Zeil, FC Sand, FC Gerolzhofen

  14. 1924

    Abstieg in die B-Klasse

  15. 1925

    Gründung einer Boxabteilung (genauer Zeitpunkt nicht bekannt)

  16. 1926

    Verbandsrunde A-Klasse Gau Bamberg

  17. 31. Okt. 1926

    100. Verbandsspiel gegen den SV Gaustadt

  18. 1927

    Auflösung der Box-Abteilung, die einige Erfolge vorzuweisen hatte, aus finanziellen Gründen

  19. 1927 – 1930

    Teilnahme an den Verbandsrunden der A-Klasse

  20. 1928

    Freundschaftsspiele gegen den 1. FC Nürnberg und SpVgg Fürth

  21. 10. Mai 1931

    Einweihung der Sporthalle an der Flutbrücke

Gruppenfoto von der Einweihungsfeier des FC-Sportheims 1931: zahlreiche festlich gekleidete Männer, Frauen und Kinder mit Hüten und Mänteln stehen vor der Holzwand des neuen Sportheims, in der Mitte wird ein Schild hochgehalten, aus den Fenstern schauen weitere Gäste.
Einweihungsfeier FC-Sportheim 1931 (Foto: Trapp)

1931–1945 – NS-Zeit, Zwangsfusion und Krieg

  1. 1931

    Die Mannschaften werden dem Bezirk Würzburg zugeteilt (bisher Bamberg)

  2. 10. Jan. 1932

    Erster Lokalkampf FC Haßfurt – TV Haßfurt 1:0

  3. 04. Sept. 1932

    Rückspiel TV Haßfurt – FC Haßfurt 5:0

  4. 1933

    Durch die Machtergreifung der Nazis verändern sich die politischen Verhältnisse. So durfte sich der 1. Vorstand Louis Frank als Jude nicht mehr zur Wahl stellen und wurde durch Hans Brochloß abgelöst.
    Die DJK Haßfurt hatte aufgehört zu bestehen und trat geschlossen dem FC Haßfurt bei.
    Erstmaliger Aufstieg in die Kreisliga.

  5. 1933 – 1935

    Personelle Probleme der 1. Mannschaft wegen Einberufungen zum Reichsarbeitsdienst.

  6. 1934 – 1936

    Teilnahme am Spielbetrieb und Neueinteilungen der Kreisklassen. Ausrichtung eines Pokalturniers 1936 und verschiedener gesellschaftlicher Veranstaltungen.

  7. 1937

    Heftige Diskussionen wegen des politisch gewollten Zwangszusammenschlusses mit dem TV Haßfurt

  8. 03. Aug. 1938

    Im „Hotel Post“ wird auf Anweisung des Kreisleiters Karl der Zusammenschluss des FC Haßfurt 1917 mit dem TV Haßfurt 1861 zur Sportvereinigung Haßfurt beschlossen.

  9. 1938 – 1939

    In der Kreisklasse 1 errang die Sportvereinigung teilweise hohe Siege und wurde in der Presse ob ihrer Spielstärke gelobt (Meister wurde jedoch der FC Sand, der aber in der Aufstiegsrunde scheiterte)

  10. 1940 – 1941

    Die Sportvereinigung spielt in der 2. Klasse des Kreises Haßfurt. Der Spielbetrieb war schon sehr eingeschränkt.

  11. 1942 – 1945

    An einen geregelten Spielbetrieb war in den Kriegsjahren nicht mehr zu denken. Vereinzelt fanden noch Jugendspiele auf dem Sportplatz „Gries“ statt. Auch Leichtathletik wurde ausgeübt.

  12. 11. April 1945

    Die Mainbrücke wird von den zurückweichenden deutschen Truppen gesprengt.

  13. 03. Oktober 1945

    Im Gasthaus „Bayerischer Hof“ treffen sich 48 Mitglieder des ehemaligen FC Haßfurt und beschließen die Wiedergründung.

Kapitel 2

1945–1961: Wiedergründung, Wiederaufbau und Bayernliga

Aus Bombentrichtern wird in über 10.000 Arbeitsstunden wieder ein Sportplatz – und daraus eine Mannschaft, die 1961 Amateurmeister der Bayernliga Nord wird.

Neuanfang nach dem Krieg

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges bot das Sportgelände ein Bild der Zerstörung. Auf dem Sportplatz waren Bombentrichter zu finden, die Sporthalle war arg in Mitleidenschaft gezogen und die Hochwasserschäden waren praktisch seit 1942 nicht mehr behoben worden.

Diese Szenerie fanden die in Haßfurt verbliebenen und die ersten, aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrenden FC-ler vor.

Es entstand jedoch schnell der Wunsch, den FC wieder aufleben zu lassen. Doch jegliche Vereinstätigkeit war von der Militärregierung verboten. Zudem bestand rein juristisch der FC Haßfurt nach dem Zwangszusammenschluss mit dem TV Haßfurt am 04.08.1938 nicht mehr. So musste erst einmal die Militärregierung überzeugt werden, dass der Verein politisch unbedenklich sei und eine Lizenz erhalten könne. Es mussten Personen gefunden werden, die politisch nicht vorbelastet waren und unbedenklich Vereinspositionen übernehmen konnten.

Doch diese Hindernisse waren in erstaunlich kurzer Zeit überwunden und so konnte bereits am 03. Oktober 1945 im „Bayerischen Hof“ die Wiedergründungsversammlung abgehalten werden. Wegbereiter für diesen Neuanfang waren insbesondere Hermann Hörner und Willi Hartmann. Beiden soll ein Ehrenplatz in der Geschichte des Vereins eingeräumt werden. Hermann Hörner fand eine Anstellung als Fahrer bei der Militärregierung und lag fortan seinen Vorgesetzten mit seinen FC-Anliegen in den Ohren. Willi Hartmann hatte es durch seine halbjüdische Abstammung etwas leichter und stand uneigennützig für die FC-Idee ein.

Wiederaufbau in Handarbeit

Es galt nun für den FC Haßfurt seine Sportstätten insoweit wieder herzustellen, dass der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. So wich man erstmal auf den Sportplatz „Am Gries“ aus, wo man bis Juni 1947 den Spielbetrieb durchführte.

Gleichzeitig wurde natürlich am alten Gelände fleißig gearbeitet, wobei vor allem der Zugang ein Problem war, da die Mainbrücke im April 1945 von den deutschen Truppen gesprengt worden war. Durch eine von den Amerikanern erbaute Pontonbrücke, später einem städtischen Nachenverkehr und einer aus zwei Schleppkähnen errichteten Fähre wurde der Mainübergang provisorisch aufrecht erhalten, bis im November 1946 die neue Mainbrücke eingeweiht werden konnte.

Da keine Maschinen zur Verfügung standen, wurde in mühevoller Handarbeit die Errichtung der Sporthalle, die Erstellung eines Brunnens und einer Aschenbahn, sowie natürlich die Wiederherstellung des Sportplatzes durchgeführt.

Über 10.000 Arbeitsstunden mussten aufgewendet werden, bis am 01. Juni 1947 das Sportgelände mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC 05 Schweinfurt vor ca. 4.000 Zuschauern eingeweiht wurde.

1945–1955 – Lizenz, Vereinsfarben und erste Meisterschaft

  1. 03.10.1945

    Wiedergründung des 1. FC Haßfurt im Gasthaus „Bayerischer Hof“ mit 48 Mitgliedern in Anwesenheit eines Vertreters der amerikanischen Militärregierung. Ludwig Kestler wird zum 1. Vorstand gewählt.

  2. 14.04.1946

    In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wird eine Vereinssatzung beschlossen.

  3. 1946

    Freundschaftsspiele werden am Sportplatz „Gries“ ausgetragen.
    Zu dieser Zeit stellte der FC bereits vier Mannschaften.
    Im Laufe des Jahres werden verschiedene Abteilungen gegründet: Fußball, Handball, Korbball, Leichtathletik, Tischtennis, Theatergruppe

  4. Sept. 1946

    Der FC qualifiziert sich in einer Ausscheidungsrunde für die 1. Unterfränkische Liga, die im September mit den Punktspielen beginnt.

  5. 13.01.1947

    Generalversammlung, in der die Vereinsfarben rot-weiß endgültig festgelegt werden.

  6. 08.02.1947

    Mit einem Faschingsball im „Zentralsaal“ tritt der FC wieder gesellschaftlich in Erscheinung.

  7. 22.03.1947

    Die Militärregierung erteilt durch das Landratsamt Haßfurt mit der Nr. A-336-146 die Lizenz für die Laienspieltruppe, die ein wichtiger Einnahmenbeschaffer wird.

  8. 05.06.1947

    Sportplatzeinweihung mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC 05 Schweinfurt (damals Süddeutsche Oberliga). Ergebnis: 0:5

  9. 1947

    Nach miserablen Spielergebnissen steigt der Verein in die Bezirksklasse 1 ab.

  10. 07.10.1947

    Der Verein erhält nach einem langen Behördenweg die endgültige Lizenzierung durch das Landratsamt.

  11. 20.06.1948

    Die Währungsreform tritt in Kraft.

  12. 16.08.1948

    Das Verhältnis zum TV Haßfurt war wieder einmal Gegenstand heftiger Diskussionen. In einer gemeinsamen Ausschußsitzung wurden neben formellen Angelegenheiten auch die sportlichen Aktivitäten aufgeteilt. Kein Verein hielt sich jedoch letztlich an die Vereinbarungen.

  13. 1948

    Der FC scheitert in den Aufstiegsspielen zur Unterfränkischen Kreisliga und spielt weiter in der Bezirksklasse 1

  14. 1948/1949

    Aus dieser Saison liegen kaum Spielergebnisse vor. Im Frühjahr nimmt die Reservemannschaft den Spielbetrieb wieder auf.

  15. 1950

    Ludwig Kestler wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
    Anfang 1950 zählt der Verein 361 Mitglieder. Der FC spielt A-Klasse.

  16. 1951

    Der FC steigt als zweiter der Spielzeit 1950/51 „am grünen Tisch“ in die Kreisliga auf.

  17. 1951/1952

    Haßfurt belegt in der Kreisliga (II. Amateurliga Unterfranken) einen Mittelplatz. Erweiterung der Sporthalle und das 35-jährige Jubiläum.

  18. 1953

    In der Amateurliga Ufr. II belegt der FC den 3. Platz.

  19. 01.04.1953

    Der FC Haßfurt wird erst zu diesem Zeitpunkt durch den Eintrag in das Vereinsregister rechtsfähig.
    Die Spielerversammlungen fanden zu dieser Zeit öffentlich im Clubheim statt. Dabei haben sich die anderen Gäste ruhig zu verhalten und das Kartenspielen zu unterlassen.

  20. 1954

    Der FC Haßfurt wird Meister der II. Amateurliga Unterfranken Ost und wird begeistert gefeiert. Auch die Jugend kommt zu Meisterehren.
    Zum TV Haßfurt herrschen normale Beziehungen, obwohl der TV entgegen den Abmachungen aus dem Jahr 1948 eine eigene Fußballabteilung gründet. Sogar die Anlage einer 400-Meter-Bahn auf dem FC-Gelände wollte man dem Rivalen zugestehen, was dann aber doch nicht zustande kam.

  21. 02.12.1954

    Ein Eisenbahnunglück in Belgien überschattete das Vereinsleben.
    Der 2. Vorsitzende Karl Anton Merkle und der Elektromeister Anton Hertinger kamen bei der Heimfahrt vom Besuch eines Länderspiels in England ums Leben.

  22. 1955

    Ludwig Hofmann wird Vereinswirt und seine Ehefrau übernimmt für mtl. 10,00 DM und freier Fahrt zu den Auswärtsspielen das Waschen der Sportkleidung. Die Ehefrauen der 1.-Mannschaftsspieler dürfen fünfmal umsonst zu den Auswärtsspielen mitfahren, die weibliche Begleitung der ledigen Spieler nur viermal.

  23. 1955

    Jugend wird Unterfränkischer Meister

Schwarz-Weiß-Mannschaftsfoto der FC-Jugend um 1955 auf dem Sportplatz: hinten stehen fünf Spieler in hellen Trikots, eingerahmt von vier Betreuern in Anzügen; vorne knien sechs Spieler, einer im dunklen Torwartpullover, davor liegt ein Lederball.
FC-Jugend um 1955. Hinten: Kestler Ludwig, Illik Hans, Weippert Georg, Kreh Heinz-Herbert, Müller Willi II, Friedrich H., Jirgens O., Morper Peter, Müller Franz; vorne: Hertinger Hans, Krapf F., Ludwig Hugo, Lang E., Heilmann Helmut, Stühler Ludwig (Foto: Kreh)

1956–1957 – Meister im 40. Jahr

  1. 1956

    Die Umzäunung und Beleuchtung des Sportplatzes wird in Angriff genommen.
    Viele Betriebsmannschaften (Hiernickel, Waldi, Auto-Schenk, Kohlenhandlung Jakob, Sparkasse, Haßfurter Tagblatt) entstehen. Der BFV untersagt dem FC seinen Fußballplatz zur Verfügung zu stellen, woran sich aber niemand wirklich hielt.

  2. 30.06.1956

    Anlässlich der Generalversammlung wird beschlossen, die Vorstandschaft künftig für zwei Jahre zu wählen.
    Es existieren fast keine Unterlagen, bei welchen Vereinen der FC die Patenschaft übernommen hat. Im Jahr 1956 werden jedoch der TSV Westheim und der SC Eltmann genannt.

  3. 1956/1957

    Der FC Haßfurt erringt im 40. Jahr seines Bestehens die Meisterschaft in der II. Amateurliga Unterfranken. In den Aufstiegsspielen (u. a. gegen Büchenbach, FC Bayreuth, SW Nürnberg) vor teilweise 4.000 Zuschauern gelang der Aufstieg in die 1. Amateurliga/Bayernliga.

Schwarz-Weiß-Foto der Meistermannschaft vom 24.02.1957: elf Spieler in dunklen Trikots mit hellem Kragen und weißen Hosen stehen in einer Reihe auf einem nassen, schlammigen Platz, der Torwart im dunklen Pullover hält einen Ball; links zwei Männer in Mänteln, im Hintergrund eine Brücke.
Meistermannschaft am 24.02.1957, v. l.: Wörtmann Max, Tschiggfrey, Sponsel L., Hertinger H., Friedrich H., Schaffner H., Heußner K., Thein, Weippert G., Schöller, Kreh, Matern, Maletschek J. (Foto: Wörtmann)

1958–1959 – Abstieg, Neuaufbau, Wiederaufstieg

  1. 1958

    Nach dem glanzvollen Aufstieg konnte die Mannschaft die Bayernliga nicht halten. Den damaligen Berichten zufolge ruhte man sich auf den Lorbeeren aus und die Trainingsbeteiligung war sehr gering. Immerhin erreichte man einen Zuschauerschnitt von 1.520 pro Heimspiel und konnte mit dem Zusammenbleiben der Mannschaft den Grundstein für die großen Erfolge des Jahres 1961 legen.

  2. März 1958

    Beachtenswerte Erfolge erzielt die FC-Jugend, aus der einige Spieler (wie Ludwig u. Willi Müller, Josef Hoh und Robert Linsner) der späteren Erfolgself heranwuchsen.

  3. 26.05.1958

    Der ehemalige Vorsitzende des FC Haßfurt, Louis Frank, der wegen der Naziherrschaft sein Amt niederlegen musste, weilt zu einem Besuch aus den USA in Haßfurt und wird mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.

  4. 05.07.1958

    In der Generalversammlung werden die Weichen für die Errichtung des Stadionneubaus gestellt und die Pläne zur Erweiterung der Sporthalle deshalb fallen gelassen.

  5. 1958/1959

    In dieser Saison gelang wiederum die Meisterschaft in der II. Amateurliga und auch in den Ausscheidungsspielen gegen den VfR Goldbach konnte man sich deutlich durchsetzen.

Gescannte Chronikseite 133 von 1959 mit der Überschrift „Die erfolgreiche Mannschaft, die auf Anhieb den Wiederaufstieg in die I. Amateurliga schaffte“: 14 runde Schwarz-Weiß-Porträtfotos der Spieler, jeweils mit Name und Geburtsdatum in Schreibmaschinenschrift.
Seite 133 der Chronik von Dieter Käß (1959)
Die erfolgreiche Mannschaft, die auf Anhieb den Wiederaufstieg in die I. Amateurliga schaffte (1959)
Namegeboren
Sponsel Ludwig23.4.32
Hoh Sepp28.9.40
Heußner Karl9.8.34
Thein Erich10.8.26
Weippert Georg5.11.36
Schaffner Heinrich29.6.36
Krapf Franz14.1.36
Krauß Fritz7.8.37
Oehm Rudi11.12.36
Friedrich Horst23.10.37
Müller Willi26.9.39
Hertinger Hans29.6.36
Kreh Heinz-Herbert14.2.37
Krapf Anton30.7.35

1959–1961 – Neue Pläne und der große Triumph

  1. 1959

    Die Gedanken drehten sich um den Neubau und die Umgestaltung des Sportgeländes. Sogar die Beteiligung an einem von der Stadt geplanten Freibad westlich der Mainbrücke war vorgesehen. Der FC wollte damals auch Tennisplätze errichten, was allerdings erst 21 Jahre später in Erfüllung ging.

  2. Nov. 1959

    Das Wasserwirtschaftsamt erklärt sich mit der Errichtung der Neuanlage nördlich entlang des Altachweges einverstanden.
    Der alte Sportplatz wird mit Hilfe von Gefangenen der damaligen Jugendstrafanstalt wieder hergerichtet.

  3. 1959/1960

    Der FC gestaltet die Saison 1959/60 in der I. Amateurliga erfolgreich und belegt am Ende den hervorragenden 5. Rang.

  4. 26.05.1960

    Rudi Zapf wird zum 1. Vorstand gewählt und sein Vorgänger Anton Tschiggfrey wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

  5. 23.07.1960

    An diesem Tag fällt die endgültige Entscheidung über das neue Sportgelände. Der Stadtrat tagt auf den „Mainwiesen“ und gibt sein Okay zum Grundstücksverkauf.

  6. 1960/1961

    Der FC Haßfurt wird Amateurmeister der Bayernliga Nord. Beim Spiel am 19.03.1961 gegen den FC Bamberg kommen 12.000 Zuschauer an den alten Sportplatz. Dieses Ereignis ist für alle, die dabei gewesen sind, bis heute unvergessen.

Kapitel 3

1961 bis heute – Chronik in Arbeit

Die ausführliche Chronik für die Jahre 1961–1975, 1976–1999 und ab 2000 ist noch in Vorbereitung. Einige Eckdaten sind aber schon an anderer Stelle festgehalten.

Ehrlich gesagt: Hier fehlt noch viel.

Weil die vereinseigenen Unterlagen im Krieg verloren gingen, beruht unsere Chronik bisher auf der Recherche von Dieter Käß und reicht ausführlich nur bis 1961. Die Jahrzehnte danach wollen wir nach und nach ergänzen – gern mit deiner Hilfe.

Was wir aus späteren Jahren schon wissen

  1. 1960 bis heute

    Von Rudi Zapf bis zum Vorstandsteam seit 2019: Alle Vorsitzenden seit 1917 findest du auf der Ehrentafel.

  2. 14.11.1980

    Gründungsversammlung der Tennisabteilung mit insgesamt 41 Gründungsmitgliedern – gut 21 Jahre nach den ersten Tennisplänen von 1959. Mehr in der Chronik der Tennisabteilung.

  3. 1995/1996

    Das alte Tennisheim, das ehemalige FC-Sportheim am „Flutbrückenplatz“, brennt in der Nacht vom 02. auf den 03.09.1995 ab. Im August 1996 folgt der Einzug in das neue Tennis- und Fußballjugendheim.

  4. 08.07.2009

    In der Stadiongaststätte des FC wird der Förderverein 1. FC Haßfurt e. V. gegründet.

  5. 2017

    100 Jahre 1. FC Haßfurt: Vereinsehrungen am 15.01.2017 – darunter unser ehemaliger Nationalspieler Ludwig „Luggi“ Müller für 60 Jahre Vereinstreue – und am 21.06.2017 das Jubiläumsspiel gegen den 1. FC Schweinfurt 05. Bilder dazu unter Profivereine zu Gast und Vereinsleben.

  6. 2019

    Ein Vorstandsteam übernimmt die Führung des Vereins. Die heutige Besetzung stellt die Vorstandschaft vor.

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